News zur Messe
12.06.2025
Eine besondere Premiere fand im Rahmen der Messe „Pferd Wels“ in Oberösterreich statt. Der Verein „Working Equitation Austria“ veranstaltete in Kooperation mit dem Messeteam das erste nationale Working Equitation Turnier.
Eine bunte Mischung verschiedener Rassen sorgte für Begeisterung bei allen Besuchern. Die Vielfalt dieser Pferdesportdisziplin zeigt sich nicht nur in den 3 Teilbewerben Dressur, Trail und Speedtrail – sondern auch in der Zusammensetzung des Starterfeldes.
Ausgeschrieben wurden die Bewerbe in den Klassen E, E-Jugend sowie der Klasse S.
Bereits in der Klasse E-Jugend konnten die Reiterinnen aus Tirol und Oberösterreich das Messepublikum verzaubern. Teilweise waren die Pferd/Reiterpaare das erste Mal in einer solchen Atmosphäre am Start – umso beeindruckender waren die Leistungen des österreichischen Nachwuchses.
Im Teilbewerb Dressur, der in der Showhalle ausgetragen wurde, konnte sich Johanna Falbesoner aus Tirol mit ihrem grauen Fjordpferd „Lucky Luke“ und einer Traumnote von 80% den Sieg sichern. Auf Platz 2 folgte ein nicht minder erfolgreiches Paar aus Tirol: Eleonora Falschlunger und der hannoveraner Wallach „Doux Noir“ erhielten von Richterin Petra Zoher 71,91%, gefolgt von Konstantin Grünauer, der „Basalt ROH“ bei seinem Messedebüt mit viel Feingefühl und Ruhe durch die Prüfung steuerte.
In gestürzter Reihenfolge wurde der Trail in der Krone-Reitarena ausgetragen, der sonst übliche Trainingstag zur Besichtigung der Hindernisse konnte aus Zeitgründen nicht durchgeführt werden. Umso beachtlicher, dass alle Pferde voller Vertrauen die Aufgaben fehlerfrei bewältigen konnten und trotz spektakulärer Atmosphäre den Hilfen der ReiterInnen ohne Probleme folgten.
Den Sieg in diesem Teilbewerb sicherte sich Irina Reisinger und der auf einem Auge blinde Ponywallach „Spencer ROH“ – amtierende Österreichische und Oberösterreichische Meister, gleich dahinter konnten sich abermals Johanna Falbesoner und „Lucky Luke“ sowie auf Platz 3 Eleonora Falschlunger und „Doux Noir“ platzieren. Die Leistungen von Konstantin Grünauer und „Basalt ROH“, sowie Lara Wilke mit ihrem Wallach „Wildfang“ und Sophia Filzer mit dem weissen Pony „Magic Man“ dürfen nicht unerwähnt bleiben. Alle Jugendlichen behielten die Nerven, zeigten schöne Ritte und stellten die Pferdesportdisziplin Working Equitation mit viel Feingefühl und Übersicht vor.
Der mit Spannung erwartete Speedtrail sorgt für volle Tribünen und wurde von einem großartigen Messepublikum unterstützt. In diesem Teilbewerb wird der Ritt nach Zeit bewertet, Fehler werden in Strafsekunden umgerechnet und wenn es die Reiter schaffen den Strohkranz vom Stier zu stechen, werden 10 Bonussekunden abgezogen.
Das kleinste Pferd – Pony „Spencer ROH“ – konnte sich mit engen Wendungen und viel Geschick den Sieg im Speedtrail für Oberösterreich sichern, Johanna Falbesoner und „Lucky Luke“ erzielten mit einer ebenso sicheren Runde Platz 2. Gefolgt von Konstantin Grünauer, Sophia Filzer, Lara Wilke und Eleonora Falschlunger sahen die Messebesucher nicht nur eine motivierte Gruppe junger NachwuchreiterInnen, sondern auch das Teamwork und den Zusammenhalt untereinander.
Die Gesamtwertung – bei der die Ergebnisse aller 3 Teilbewerbe zusammengezählt werden – endete mit folgendem Resultat:
1. Johanna Falbesoner, Lucky Luke, Tirol
2. Irina Reisinger, Spencer ROH, OÖ
3. Konstantin C. Grünauer, Basalt ROH, OÖ
4. Eleonora Falschunger, Doux Noir, Tirol
5. Lara Wilke, Wildfang, Tirol
6. Sophia Filzer, Magic Man, Tirol
Neben den sportlichen Leistungen war die Klasse E ein vor allem optisches Highlight. Die bunte Mischung an Pferderassen und Ausrüstungen sorgte nicht nur für schöne Bilder, sondern zeigten auch die Vielfalt der Working Equitation. Das Starterfeld setzte sich aus 2 Haflingern, 1 Islandpferd, 1 Pintostute, 2 Lusitanos, 1 Trakehnerstute sowie 1 ungarischen Warmblut zusammen.
Den ersten Teilbewerb, die Dressur, konnte Jonas Mayrhofer mit seinem Wallach „Nino Abandonado“ mit einer Traumnote von 77,62% für sich entscheiden, gefolgt von Johanna Hochreiter und Lusitano Wallach „Lirio“, die nicht nur durch wunderschöne Ritte überzeugte, sondern auch mit dem portugiesischen Outfit viele Blicke auf sich ziehen konnte. Ex aequo auf Platz 3 klassierten sich Katharina Fuchs mit „Boomer ROH“ sowie Astrid Wehofschitz mit ihrer bildhübschen Stute „Supernova“.
Auch im Trail ließ sich Jonas Mayrhofer den Sieg nicht nehmen und legte mit einer Wertnote von 75% vor. Johanna Hochreiter mit „Lirio“ und Susanne Payr mit dem Islandpferd „Fafnir vom Hausruckhof“ folgten auf den Plätzen 2 und 3. Aber auch Katharina Fuchs mit „Boomer ROH“, Samantha Ames mit der Trakehner Stute „Fadette du Soir“, Hanna Scharinger mit dem Haflinger Wallach „Stuntman Houdini“, Astrid Wehofschitz mit „Supernova“ und Isabel Hanisch mit dem Haflingerhengst „Neleus von Nordlicht“ zeigten sichere Runden und konnten die Haupthindernisse Brücke, Stier, Pferch und Tor ohne Probleme meistern.
Im abschließenden Speedtrail gilt es schnell zu sein, aber trotzdem Ruhe zu bewahren und Übersicht zu behalten. Eine Mischung aus Geschick, Konzentration und Feingefühl kürt am Ende den Sieger. Die schnellste Zeit konnte sich Katharina Fuchs sichern, dicht gefolgt von Susanne Payr und Jonas Mayrhofer.
Endwertung der Klasse E:
1. Jonas Mayhofer, Nino Abandonado, Wien
2. Katharina Fuchs, Boomer ROH, OÖ
3. Johanna Hochreiter, Lirio, OÖ
4. Susanne Payr, Fafnir vom Hausruckhof, NÖ
5. Samantha Ames, Fadette du Soir, NÖ
6. Astrid Wehofschitz, Supernova, Wien
7. Isabel Hanisch, Neleus von Nordlicht, NÖ
8. Hanna Scharinger, Stuntman Houdini, NÖ
Sollte sich mancher Leser über die Abkürzung „ROH“ bei manchen Pferdenamen wundern, hier die Auflösung: Diese Pferde befinden sich im Besitz der oberösterreichischen Referentin für Working Equitation Iris Muhm, die ihren Schülern die Pferde für Turniereinsätze zur Verfügung stellt und somit nicht nur den Nachwuchs, sondern auch den Einstieg in den Sport fördert. Die Abkürzung steht für "Relax On Horsebacks" und bezeichnet das Motto von Iris Muhm. Sie wurde für ihr jahrelanges Engagement im Rahmen der Siegerehrung geehrt.
Zwischen den Bewerben wurde die Führzügelklasse von Luisa Hartl und Pony „Balu“ vorgestellt, weiters waren einige Jungpferde zu Gast, um den Einstieg in den Sport zu zeigen. Alle Pferde zeigten sich trotz der vielen Besucher sehr entspannt, vielen Dank an ein einfühlsames Publikum! Dr. Angela Honeder stellte ihre 6jährige Lusitano Stute „Pandora“ vor, begleitet wurde sie von Livia Glaser und der Stute „Pretty Romantic“. Die Klasse M wurde von Hemma Preissegger mit ihrem Lipizzaner Wallach „Mocca“, sowie von Silke Falschlunger mit dem wunderschönen PRE Hengst „Orador“ vorgestellt. Vielen Dank an alle Reiter, die für diese Vorstellungen extra angereist sind!
Die enge Verbundenheit zwischen der „Pferd Wels“ – vertreten durch Christine Wimmer – und der Pferdesportdisziplin Working Equitation spiegelte sich in der Masterklasse S wider. Einige Reiterinnen des OEPS Kaders und des österreichischen Nationalteams waren schon vor mehr als 10 Jahren zu Gast, um auf der PFERD Wels den Sport zu präsentieren. Damals selbst noch Einsteiger einer aufstrebenden Sparte, zählen sie nun selbst nicht nur zu den besten Workerinnen Österreichs, sondern sind auch an der Spitze der Weltrangliste zu finden.
Allen voran Martina Weteschnik aus Wien, Dritte der Weltrangliste 2024 und mehrfache österreichische sowie Wiener Meisterin, die einst mit ihrem Noriker „Geiger“ sowie Warmblut „Ronny“ zu Gast war und nun mit ihren Lusitano´s „Bogalho“ und „Marfim“ zurückkehrte. Bogalho“ ist mit seinen unzähligen Siegen und Erfolgen unangefochten Österreich´s erfolgreichstes Working Equitation Pferd, die Pferde Revue widmete Martina und ihren Pferden vor kurzem nicht nur die Coverstory, sondern unterstützt die Worker auch seit den Anfängen. So war es auch „Bogi“, wie er liebevoll genannt wird, der mit seinen mittlerweile 19 Jahren nicht nur den Sieg in den Teilbewerben Dressur und Speedtrail für seine Reiterin erzielen und abermals seine Klasse beweisen konnte, sondern auch den Sieg in der Gesamtwertung für Wien sicherte.
Erstmals wurde in der Saison 2024 eine Weltrangliste des Weltverbandes WAWE erstellt, bei der Österreich nicht nur die Nationenwertung gewinnen konnte, sondern auch mit Martina Weteschnik und Lisa Ennsmann zwei Reiterinnen in den Top 10 platziert hatte. Auch die weiteren Mitglieder des Nationalteams Nina Raidl, Silke Falschlunger, Tanja Dobernig und Julia Hartl waren mit ihren Pferden in Wels zu Gast.
Begleitet wurden sie von weiteren Masters aus Österreich wie Linda Kreuzeder und ihrem Pony „Miracoli“, Marlene Langer und ihrer Stute „My Lavinia Picara“, Astrid Neuwirth und „Donhit“ sowie Bianca Czermak und „Fürstenkult“.
Im Teilbewerb Dressur wird eine Musikkür der Klasse S mit einem Zeitlimit von 8 Minuten einhändig geritten. Die Reihenfolge der Lektionen ist vorgeschrieben, die Linienführung wählt jede Reiterin selbst. So bleibt es für das Publikum spannend, denn kaum ein Ritt sieht gleich aus. Für die Richterin bedeutet dies jedoch besondere Konzentration aufzubringen, da nicht nur die Zeit ein wesentlicher Faktor ist, sondern auch die Linien vermerkt und die Abfolge kontrolliert werden muss.
Richterin Petra Zoher verfolgt die Ritte stets aufmerksam und zeigte vor allem in der schwierigen Kulisse Verständnis und ließ den Pferden die ein oder andere Minute zusätzlich Zeit, um sich an die Atmosphäre gewöhnen zu können.
Insgesamt gingen 11 Masters an den Start und somit konnten die Zuschauer auch ebenso viele wunderschöne Musikküren mitverfolgen. Unter tosendem Applaus konnten sich Martina Weteschnik und „Bogalho“ aus Wien mit einer Wertnote von 77,78% den Sieg sichern. Platz 2 mit einer ebenso souveränen und schwierigen Linienführung ging ebenfalls nach Wien an Lisa Ennsmann und ihren Lusitano Wallach „Fiorentino“, gefolgt von den auf Platz 3 ex aequo platzierten Pferden „Marfim“ – Nachwuchspferd von Martina Weteschnik - sowie „My Lavinia Picara“ und deren Reiterin Marlene Langer aus Niederösterreich.
Im Teilbewerb Trail, bei dem die Reiterinnen ebenfalls alle Hindernisse mit einhändiger Zügelführung bewältigen müssen, werden in der Masterklasse S auch manche Hindernisse mit der Garrocha in der
Hand abgefragt. So mussten die Reiterinnen das Hindernis „2 Tonnen“ – geritten wird hier eine Acht aus zwei Volten vorwärts und rückwärts – inklusive Garrocha zeigen. Weiters wird in diesem Teilbewerb versucht den Strohkranz, der sich in einer Halterung auf einem 3D-Stier befindet, zu fassen. Dies erfordert nicht nur viel Geschick, sondern auch eine enorme Rittgkeit und Durchlässigkeit des Pferdes.
Mit einem fehlerfreien und souveränen Ritt konnte sich Lisa Ennsmann mit „Fiorentino“ nicht nur eine Wertnote von 77,37% sondern auch den verdienten Sieg sichern. Die Plätze 2 und 3 konnte Martina Weteschnik mit ihren Pferden für sich verbuchen, aber auch Tanja Dobernig zeigte mit ihrem Schlesier „Ikarus“ und einer Wertnote von 74,21% und Platz 4, dass auch Pferde mit massiverem Körperbau in dieser Disziplin erfolgreich punkten können. Gleich drei Paare erhielten von Richterin Petra Zoher 69,47% und freuten sich somit ex aequo über den 5. Platz: während Linda Kreuzeder mit ihrem Pony „Miracoli“ seit Jahren erfolgreich in der Masterklasse punktet und Mitglied des Kaders ist, zeigten auch Nina Raidl mit „Petapo´s Fundador“ sowie Julia Hartl mit „Seventh Sky“ warum sie zu Recht Mitglieder des österr. Nationalteams sind.
Der krönende Abschluss des ersten Working Equitation Turnieres war wie so oft, der mit Spannung erwartete Speedtrail. Auf den Rängen war kein Platz mehr frei, die Stimmung hervorragend und der Wettergott hatte es auch gut mit den Workern gemeint.
Auch in diesem Teilbewerb dürfen die Reiterinnen ein Musikstück auswählen und dieses vor dem Bewerb abgeben. Während manche Pferde etwas Schwung bevorzugen, benötigen andere eher ruhigere Lieder – somit obliegt es jeder Starterin das perfekte Setup zu finden, um die schwierigen Lektionen ausführen zu können. Schon ein kleiner Moment reicht aus, um sich ablenken zu lassen und so wurden auch die Masters in der brodelnden Arena gefordert, Konzentration und Nerven zu behalten.
Insgesamt 13 Hindernisse wie Sidepass, Slalom, Becher umsetzen, Tor, Brücke, Stier usw. wurden abgefragt und trotz all der Schnelligkeit, gehört auch immer eine Portion Glück dazu. Die Stangen der Hindernisse Glocke oder Sidepass liegen nur lose auf den Auflagen, eine kleine Berührung genügt, um diese umzuwerfen - was wiederum mit teuren Strafsekunden bestraft wird.
„Bogalho“ zeigte auch mit 19 Jahren seine Klasse und konnte sich mit engen Wendungen und einer enormen Balance an die Spitze setzten. Aber auch Lisa Ennsmann und „Fiorentino“ gehören zu den weltweit schnellsten Paaren der Working Equitation, wovon sich die Besucher überzeugen konnten. Konzentriert und sicher war das Paar bis zum Sidepass unterwegs, ein kleiner Flüchtigkeitsfehler wurde mit 5 Strafsekunden beim Sidepass bestraft – wurde jedoch immer noch mit Platz 2 belohnt. Eine sensationelle Runde gelang Linda Kreuzeder und ihrem Pony „Miracoli“, der ebenfalls fehlerfrei blieb und zeigen konnte, warum auch kleine Pferde bei den Workern herzlich willkommen sind und mit den Großpferden locker mithalten können. Nur 2 Hundertstel dahinter – dank der elektronischen Zeitnehmung genau zu erfassen – platzierte sich Nina Raidl mit ihrem Lusitano Wallach „Petapo´s Fundador“, gefolgt von Julia Hartl mit „Seventh Sky“ und Martina Weteschnik mit Nachwuchspferd „Marfim“.
Enstand der Klasse S:
1. Martina Weteschnik, Bogalho, Wien
2. Lisa Ennsmann, Fiorentino, Wien
3. Martina Weteschnik, Marfim, Wien
4. Linda Kreuzeder, Miracoli, Wien
5. Julia Hartl, Seventh Sky, Wien
6. Nina Raidl, Petapo´s Fundador, Wien
7. Tanja Dobernig, Ikarus, Salzburg
8. Marlene Langer, My Lavinia Picara, NÖ
9. Astrid Neuwirth, Donhit, Wien
10. Nina Raidl, Petapo´s Jaguar, Wien
11. Bianca Czermak, Fürstenkult, Wien
Bundesreferentin und Turnierleiterin Sandra Migl: „Ich bin enorm stolz auf die Leistungen unserer jugendlichen WorkerInnen, die in einer schwierigen Kulisse die Nerven behalten und ihre Pferde mit viel Ruhe und Feingefühl vorgestellt haben. Ebenso konnten die ReiterInnen der Klasse E das Publikum durch die Rassenvielfalt und schöne Ritte überzeugen und ich bin sehr froh, erstmals auch die Basis unseres Sportes als Turnierbewerb zeigen zu dürfen. Unser Dank geht an die Messe Pferd Wels und vor allem an Christine Wimmer, die uns seit Beginn an unterstützt hat, unsere Disziplin einer breiten Masse präsentieren zu dürfen. Vielen Dank an den österr. Pferdesportverband für die Einladung zur Autogrammstunde, vielen Dank an unseren Sponsor All Win Horse für die zahlreichen Preise bei der Siegerehrung. Danke an ein wie immer großartiges Helferteam, ohne deren Einsatz solche Events gar nicht möglich wären. Der größte Dank geht jedoch an unser Nationalteam und alle Masters, die dieses Pilotprojekt in Wels unterstützt und auf wertvolle Weltranglistenpunkte bei einem zeitgleich stattfindenden int. Turnier verzichtet haben um vor heimischem Publikum zu starten!“